Moderne Medien und ihre Macht: Die Theatergruppe Oberstufe brilliert in Erebos 2

... Beklemmend wirkte es vor allem, weil der Zuschauer keine Chance bekommt, quasi wie vom Wohnzimmersessel aus mit einer gewissen Distanz das Geschehen zu verfolgen, sondern im Gegenteil immer wieder mit eingebunden wird, also „gezwungenermaßen“ aktiv am Geschehen teilnehmen muss. Dies bedeutet unter anderem, die Örtlichkeiten zu wechseln. So wandert die Bühne von der eigentlichen Bühne in der Aula ins Kellertheater, in Treppenhäuser und wieder zurück in andere, abgetrennte Räumlichkeiten der Aula. Der Zuschauer wird dadurch gewissermaßen dauerhaft auf Trab gehalten, auch durch die Verteilung kleiner Aufgaben, und ist unmittelbar involviert in das Geschehen. Ein Entrinnen gibt es folglich nicht. Weder auf der Bühne noch im Zuschauerraum. Dafür sorgt auch der Kontrabass, der fast schon wie in dem Film „Psycho“ erstaunliche Akzente setzt. Die Manipulation gelingt damit auf allen Ebenen. Einfach genial und professionell von allen Teilen des Ensembles umgesetzt. Ein dickes Lob und ein herzliches Danke!
Matthias Kausch