Flüchtlingspolitik: Kritische Worte eines EU-Parlamentariers

Über die Lage an den Grenzen der Europäischen Union, dem Umgang mit Geflüchteten und möglichen Lösungen haben wir, der Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte, mit Erik Marquardt gesprochen. Er ist eigentlich Fotograf, wurde jedoch mit der Europawahl 2019 ins Europäische Parlament gewählt. Seine Schwerpunktthemen sind Migration, Flucht und Menschenrechte.
Bisher ist die griechische Regierung fast vollständig allein mit den Flüchtenden. Zwar wird sie von der EU unterstützt, doch Griechenland muss weiterhin selbst für jene im Land sorgen, so dass sich die Lage zuspitzt. Es kommt so weit, dass Griechenland keine weiteren Asylsuchenden mehr aufnehmen möchte und sich aktiv an Pushbacks beteiligt. So informiert Frontex, die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache, beispielsweise nur noch die griechische Küstenwache. Diese wiederum schickt die Boote mit hilfesuchenden Menschen zurück, mit der Begründung sie würden kein Asyl haben wollen.
Laut Erik Marquardt bräuchte es ein europäisch koordiniertes und finanziertes Seenotrettungsprogramm, um Menschen auf ihrer Flucht vor dem Ertrinken zu bewahren.
Zudem hält er Kontingente für alle Mitgliedstaaten der EU für sinnvoll, um der Flüchtlingskrise entgegenzuwirken.
Generell sollten alle Länder zusammenarbeiten, statt Griechenland an den Grenzen allein zu lassen.
Deutschland könnte ein Vorreiter sein.
Iris Lauer, 9c
Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte