Indien Austausch 2018 – Einmal ein ganz anderes Leben für drei Wochen

...An unserem ersten Schultag haben wir uns alle gefühlt wie im Zoo: wir standen in der Mitte und wurden von allen angestarrt. Aber jeder einzelne auf dieser ganzen Schule war extrem nett zu uns und hat uns willkommen geheißen. Ich hatte auch das Gefühl, dass unser Kommen ganz groß angesagt worden war, weil uns jeder schon kannte und alles über uns wusste. Was uns Deutsche erst einmal alle geschockt ha,t war, dass die ganze Schule jeden Morgen vor dem Unterricht die Nationalhymne gesungen hat und dazu ganz ernst und stocksteif stehen mussten, egal ob sie gerade auf der Treppe oder auf der Toilette waren. Wir singen die Nationalhymne in Deutschland, wenn überhaupt, beim Fußball… Aber auch, wenn wir leider nur dreimal mit unseren Austauschpartnern im Unterricht waren, hatten wir einen riesen Spaß daran, Deutschunterricht zu halten, indische Tänze zu lernen oder einfach einmal mitzubekommen, wie indische Schule so läuft.Ein paar Tage später sind wir zu sechzigst mit zwei Bussen auf einen drei-tägigen Trip nach Pondicherry losgefahren, waren dort am Strand, haben Papierschalen auf indische Weise gemacht, haben getanzt, gesungen und uns im Pool gegenseitig untergetaucht und waren mit unserem Reisebus Geisterfahrer auf der Autobahn, was für die Inder natürlich ganz normal war. Insgesamt hatten wir einfach nur Spaß und sind als Gruppe richtig zusammengewachsen.
Die Tage in Bangalore haben wir alle mit unseren Familien und Austauschschülern verbracht, sind aber immer wieder auf andere Deutsche unserer Gruppe getroffen und waren somit wandern, in einer Play-Arena beim Paintball-Spielen oder Cart-Fahren, sind zu indischen Events und Festen gegangen oder haben mal einen Tag in unserem Appartement im Pool und beim Saunen verbracht.
Viele von uns sind unabhängig voneinander mit ihren Gastfamilien oder in Kleingruppen nach Mysore gefahren und haben den Mysore Palace bei Tag und vor allem auch bei Nacht bewundert. Ich war mit zwei anderen Deutschen und unseren drei Gastfamilien dort und wir haben uns auf unserem Vier-Tages-Trip noch zwei weitere buddhistische und hinduistische Tempel angeschaut, was wirklich interessant und beeindruckend war. Wir waren auch in Dubbare, einer Elefantenfarm, und konnten dort Elefanten waschen, was echt der Wahnsinn war.
Wir hatten das Glück, während des Lichterfestes Diwali in Indien zu sein und das einmal mitzubekommen. Es ist ähnlich wie Silvester, also man schießt Kracher in die Luft und feiert mit Freunden und Familie mit einem großen Essen, aber die Raketen und was wir sonst so in die Luft geschossen haben sind nicht mit unseren hier zu vergleichen, wir konnten uns gegenseitig in dem ganzen Rauch kaum noch sehen und sogar die Wunderkerzen waren unendlich laut und irgendwie gefährlich.
Aber genau das hat unsere Zeit in Indien ausgemacht: Nichts war wie hier, aber wir hatten einen riesen Spaß dabei, alles zu entdecken und so viel Unterschiedliches zu erleben, wie nur ging…
Nach unserer Abschlusspräsentation am letzten Tag dieser drei Wochen, bei der wir ein Quiz über unsere gemeinsame Zeit in Deutschland gemacht und einen indischen Tanz vorgeführt haben, ging es schon wieder ums Verabschieden, was jedem einzelnen von uns so schwer viel, dass so ziemlich alle geweint haben, weil wir dieses tolle Land einfach nicht verlassen und unsere Austauschpartner und Familien uns nicht gehen lassen wollten…
Annika Bauer, Klasse 10e