The Abicademy Awards 2017: Nach vielen Jahren des Wartens gehen die begehrten Oscars an 152 Auserwählte

Sommerliche Abendroben für die Damen, passende Anzüge für die Herren – wer nicht genau hinsah, konnte am Freitag, dem 30. Juni 2017, tatsächlich glauben, dass er in Hollywood bei der jährlichen Preisverleihung der berühmten Oscars anwesend war und nicht in der Turnhalle des CJT-Gymnasiums bei der feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse an insgesamt 152 Schülerinnen und Schüler. Doch selbst bei genauerem Hinsehen musste sich niemand wundern, war doch das Motto der Veranstaltung „The Abicademy Awards 2017 – stolz wie Oscar“.
Wie fast immer begann der Abend – eigentlich der späte Nachmittag, da die Veranstaltung bereits um 16.00 Uhr begann – mit dem feierlichen Einzug aller Abiturientinnen und Abiturienten. Durch die Veranstaltung begleitete die Nachwuchsband des CJT Amplified Ascension mit einem breiten Repertoire an unterschiedlichsten Musikstücken. Die Moderation des Abends übernahmen Franka Gerke und Simon Kähler, als erster Redner durfte Ingo Körber, einer der beiden Oberstufenkoordinatoren und zuständig für die 12. Klasse, ans Rednerpult. Nach seinem Dank an die anwesenden Honoratioren wie z.B. Laufs Erstem Bürgermeister Bisping, dem Vertreter des Kreistags und Landrats Herrn Reh, dem Vertreter des Elternbeirats Herrn Dr. Linz, Herrn Neugebauer von der Neugebauer-Stiftung und Herrn Meyer von der Raiffeisen Spar + Kreditbank Lauf a.d.P. gab Herr Körber Anekdoten aus zwei Jahren Oberstufe zum Besten. Er schloss mit dem Hinweis auf den Gesamtschnitt aller Abiturientinnen und Abiturienten von 2,29 – einem Schnitt, den noch kein G8-Jahrgang geschafft hatte.
Nach den Reden der Honoratioren, die alle einen Blick voraus warfen und hierbei vor allem dafür appellierten, dass sich die Schülerinnen und Schüler ihre soziale Kompetenz erhielten und weiterhin engagieren sollten, gerade auch, um die Demokratie zu erhalten, betrat der Schulleiter, und in dieser Funktion sozusagen der Herr über die Oscars, Herr Freiman, die Bühne. Ähnlich und doch anders als seine Vorredner gratulierte er zunächst den Abiturientinnen und Abiturienten zum bestandenen Abitur, dankte deren Eltern, aber auch den Lehrkräften , den Oberstufenkoordinatoren, allen Schulsekretärinnen, dem Hausmeister Herrn Bauer, dem Schulaufwandsträger Lauf, den außerschulischen Partnern und Förderern, schließlich den Organisatoren der Abifeier und des Abischerzes, der dieses Jahr wieder einmal tatsächlich stattfand und den Anklang aller gefunden hatte.  Und dann kam sie wieder, die berühmte Freiman-Rede, die jedes Jahr aufs Neue das jeweilige Abi-Motto aufgreift und kurzweilig darbietet.
Acht Jahre Gymnasium seien für die Abiturientinnen und Abiturienten der preisgekrönte Film gewesen, in dem sie die Hauptrolle spielten und der an diesem Abend seinen Höhepunkt  und sein Ende in der Verleihung des Oscars, des Abiturzeugnisses, fand. Die Schülerinnen und Schüler selbst hätten das Drehbuch geschrieben, die Schule habe nur das Rüstzeug hierzu geliefert zum Verständnis der Welt. Mitwirkende am Film seien die Grundschule gewesen, Freunde, Geschwister und v.a. die Eltern als Produzenten. Herr Freiman verwies darauf, dass es nun schwer werden würde, nochmals einen Oscar zu gewinnen, dass aber, wenn man die Voraussetzungen für ein glückliches und erfülltes Leben schaffe, noch viele weitere Oscars auf einen warten würden. Und dann kam er noch, der Bezug zu den modernen Medien und dem Verdrehen von Wahrheiten. „Das stete Bemühen um Wahrheit ist der Pfeiler der Gesellschaft. Über moderne Medien werden immer mehr Lügen verbreitet.“ Die Abiturientinnen und Abiturienten sollten daher ihre eigenen Follower werden. Denn laut Kant: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
Nach einer kurzen Pause wurden schließlich die Oscars, die Abiturzeugnisse, verteilt. In Fünfergruppen und unter verschiedenen musikalischen Einspielungen erhielten die Abiturientinnen und Abiturienten den Lohn für acht, manchmal auch neun, Jahre Arbeit.
Nun war es Zeit für die Abirede, dieses Jahr gehalten von Anna-Lea Seitz und Georg Gutheil.  Beide ließen noch einmal die Zeit am CJT Revue passieren.
Im Anschluss daran folgten die Ehrungen für herausragende schulische Leistungen, zum einen für die Besten dieses Jahrgangs durch Herrn Neugebauer, zum anderen für herausragende künstlerische Leistungen durch Herrn Meyer.  Insgesamt fünf Schülerinnen und Schüler schafften ein Gesamtergebnis von 1,0, allen voran Lisa Arnet , die beinahe schon unfassbare 850 von 900 Punkten erzielt hat, gefolgt von – in alphabetischer Reihenfolge – Nina Diez, Georg Gutheil,  Tim Jedlitschka und Laura Pecht.
Die Kunstpreise der Raiffeisenbank gingen an Geneva Späth (1. Preis), Lucy Cramer (2. Preis) sowie Theresa May und Ioannis Kiriakidis (3. Preis).
Und dann, als viele schon glaubten, die Feier sei zu Ende, kamen sie, die „besonderen“ Oscars für „besondere“ Leistungen, erbracht von „besonderen“ Schülerinnen/Schülern bzw. Lehrerinnen und Lehrern.  So wurden u.a. Oscars vergeben für die hübscheste Schülerin/Lehrerin, den süßesten Lehrer, den fleißigsten Schüler usw. Erst jetzt fiel der Vorhang tatsächlich, was aber immer noch nicht das Ende dieses Berichts bedeutet. Denn nun bleibt noch zu klären, worauf bzw. auf wen der Name „Oscar“ eigentlich zurückgeht. Nach gründlicher Recherche kam Herr Freiman im Rahmen seiner Rede zu dem Ergebnis, dass es sich bei Oscar weder um eine Figur aus der Sesamstraße handelte noch um eine Katze, die anfangs des letzten Jahrhunderts mehrfach Schiffsuntergänge überlebt hatte und ausschließlich deshalb nicht mehr zur See hatte fahren dürfen. Vielmehr geht der Name allem Anschein nach auf einen Mann zurück, dessen Herkunft allerdings umstritten ist. So kursieren vier verschiedene Gerüchte, die allerdings allesamt nicht zur Aufklärung beitragen. Sei’s drum. Es bleibt zum Schluss nur mehr festzuhalten, dass, blickte man in die Gesichter der vielen Preisträgerinnen und Preisträger, tatsächlich alle stolz wie Oscar waren.

Matthias Kausch