20 Jahre Gesundheitsförderung und Prävention am CJT

... Schulklassen, die diese etwas andere Form des Unterrichtens seit 1999 kennenlernen dürfen, sind die 6., 9. und 11. Klassen. Der Schwerpunkt der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern lässt sich leicht an folgendem Satz festmachen: „Den eigenen Körper, seine Fähigkeiten und Bedürfnisse kennen, schätzen und schützen lernen, zum gesundheitsbewussten und verantwortungsvollen Umgang mit sich und anderen“. Ein eingängiger Spruch, der aber gerade bei den höheren Klassen zunächst oft auf Skepsis stößt, sind sie doch der Meinung, bereits ausreichend informiert zu sein, gerade auch im sexuellen Bereich. Den meisten wird jedoch schnell klar, dass Wissen nicht gleich Wissen ist und so verwundert es nicht, dass am Ende der 90minütigen Veranstaltung viele persönliche Fragen zum Beispiel zum Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gestellt werden.
Einer der Gründe für den sehr offenen Umgang miteinander ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass Lehrerinnen und Lehrer während der 90 Minuten zu personas non grata erklärt werden und deshalb nicht dabei sind. Durch diese Handhabung wird das Klassenzimmer/der Biologiesaal zu einer Sprechstunde und die beteiligten ÄrztInnen – Frau Dr. Kramer kommt nie allein, sondern teilt sich die Arbeit mit mehreren Kolleginnen und Kollegen – unterliegen wie selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht. Ein weiterer Grund der gegenseitigen Offenheit findet sich in der Geschlechtertrennung – Jungen und Mädchen werden besonders in der 6. und 9. Klasse getrennt informiert.
Die Begeisterung des CJT an der Zusammenarbeit mit der ÄGGF lässt sich in diesem Fall auch auf der anderen Seite ablesen. „Die tolle Zusammenarbeit und Einstellung der Schule, dass unsere Arbeit eine wichtige Ergänzung zum Unterricht darstellt, die stets perfekte Organisation der Veranstaltungen im CJT, die vielen interessierten und freundlichen SchülerInnen und der persönliche Austausch mit einigen Lehrkräften, insbesondere mit Herrn Kraus“ – so Frau Dr. Kramer –  sind ein Garant dafür, dass das fruchtbare Miteinander noch lange andauern wird. Dies schon auch deshalb, weil sich dieses Miteinander bereits über den eigentlichen Unterrichtsbesuch hinausgehend entwickelt hat. „Seit vielen Jahren redigiere ich auf Wunsch von Herrn Kraus und (bis vor Kurzem – Anmerkung der Red.) Herrn Freiman hin in den Biobüchern die Kapitel zur Sexualerziehung. Auch hier haben wir immer eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
Deshalb: Auf die nächsten 20 Jahre partnerschaftlichen Arbeitens!
Matthias Kausch